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« Canzun dil plaz – Lied des Platzes », Sagogn GR
Travail de bachelor de David Vetsch, Haute école spécialisée des Grisons FHGR
Enseignant·e·s : Simona Capaul, Michael Geschwentner
Encadrement : Prof. Robert Albertin, Mirco Blöchlinger
En collaboration avec la commune de Sagogn
Image : visualisation de la place du village, © David Vetsch / FHGR

«Canzun dil plaz – Lied des Platzes», Sagogn GR

Bachelorarbeit von David Vetsch, Fachhochschule Graubünden FHGR

Dozierende: Simona Capaul, Michael Geschwentner

Begleitung: Prof. Robert Albertin, Mirco Blöchlinger

In Zusammenarbeit mit der Gemeinde Sagogn

Bild: Visualisierung des Dorfplatzes, © David Vetsch / FHGR

5. Oktober 2026
Nicolas Burkhalter | Baukultur persönlich

Swiss Case Studies 2026: Zwölf studentische Arbeiten zur Gemeinde von morgen

Vom Alten Schulhaus in einem Berner Voralpendorf bis zur Tiefgarage unter der Plain de Plainpalais in Genf: Im zweiten Jahr der Swiss Case Studies haben Schweizer Architekturhochschulen zwölf Studierendenarbeiten bei der Stiftung Baukultur Schweiz eingereicht. Zusammen zeigen sie, wie vielfältig die Fragen sind, die sich Gemeinden heute stellen, und wie ernsthaft sich die Lehre ihnen widmet.

Ein Projekt zwischen Hochschule und Gemeinde

Die Swiss Case Studies entstanden gemeinsam mit dem Architekturrat der Schweiz unter der Leitung von Peter Staub. Dem Architekturrat gehören die zwölf Schweizer Architekturhochschulen sowie der Schweizerische Ingenieur- und Architektenverein SIA und der Bund Schweizer Architektinnen und Architekten BSA an. Das Vorhaben verbindet Lehre und Praxis und zwar in beide Richtungen: Die Gemeinden erhalten unabhängige, frische Ideen für ihre konkreten räumlichen, sozialen und wirtschaftlichen Herausforderungen. Studierende arbeiten an realen Orten und an echten Fragen statt an fiktiven Aufgaben. Und was in den Ateliers entsteht, kehrt an die Orte zurück, für die es gedacht ist.

Die Eingaben stammen aus dem Herbstsemester 2025 und dem Frühlingssemester 2026. Beteiligt waren die Berner Fachhochschule (BFH), die Fachhochschule Graubünden (FHGR), die Hochschule für Technik und Architektur Freiburg (HEIA-FR), die Hochschule Luzern (HSLU), die ETH Zürich und der Master of Arts HES-SO in Architecture (JMA). Mehrere Arbeiten entstanden im direkten Austausch mit der jeweiligen Gemeinde. Andere nahmen einen Ort aus eigenem Antrieb in den Blick.

Vielfalt der Formate

Die Eingaben sind in Umfang und Anlage bemerkenswert unterschiedlich. Neben Semester- und Abschlussarbeiten aus dem Bachelor- und Masterstudium finden sich ein ganzes Modul der HSLU mit zahlreichen Studierenden und eine Seminarwoche der ETH Zürich, die gemeinsam mit der BFH und der PH Bern durchgeführt wurde. Das macht den Vergleich anspruchsvoll. Gleichzeitig zeigt es, auf wie vielen Wegen die Hochschulen die Gemeinde zum Gegenstand ihrer Lehre machen: im Entwurf, in der Analyse und in der gemeinsamen Erhebung vor Ort.

« Concept urbanistique », cité Geyisried, Biel/Bienne
Travail de groupe de Heidemarie Tauber, Thibault Koulmey, Louise Wedlich et Nathan Storder, Haute école spécialisée bernoise BFH
Enseignant·e·s : Prof. Stanislas Zimmermann, Gabriela Mazza, Gaëtan Iannone
Image : plan d’ensemble, © Heidemarie Tauber, Thibault Koulmey, Louise Wedlich, Nathan Storder / BFH

«Städtebauliches Konzept», Siedlung Geyisried, Biel/Bienne

Gruppenarbeit von Heidemarie Tauber, Thibault Koulmey, Louise Wedlich und Nathan Storder, Berner Fachhochschule BFH

Dozierende: Prof. Stanislas Zimmermann, Gabriela Mazza, Gaëtan IannoneBild: Masterplan, © Heidemarie Tauber, Thibault Koulmey, Louise Wedlich, Nathan Storder / BFH

« In den Gärten », cité Geyisried, Biel/Bienne
Travail de master de Simon Richli, Haute école spécialisée bernoise BFH
Enseignant·e·s : Prof. Stanislas Zimmermann, Gabriela Mazza, Gaëtan Iannone
Image : axonométrie dessinée à la main, © Simon Richli / BFH

«In den Gärten», Siedlung Geyisried, Biel/Bienne

Masterarbeit von Simon Richli, Berner Fachhochschule BFH

Dozierende: Prof. Stanislas Zimmermann, Gabriela Mazza, Gaëtan Iannone

Bild: Axonometrische Handzeichnung, © Simon Richli / BFH

Wiederkehrende Themen

Trotz ihrer Unterschiede kreisen die Arbeiten um einige gemeinsame Fragen.

Mehrere Projekte widmen sich dem Leerstand im Dorf und der Frage, wie ungenutzte Bauten wieder zu Orten der Gemeinschaft werden können. In Rüeggisberg wird aus dem Alten Schulhaus ein Gemeinschaftshaus, in Burgdorf wird ein Emmentaler Hof zum kollektiven Ort umgedeutet. In Sagogn und Lessoc stärken gezielte Um- und Neubauten den Dorfkern.

Eng damit verbunden ist der öffentliche Raum. Der Dorfplatz, der vielerorts längst Parkplatz geworden, wird in Ballaigues zum eigentlichen Entwurfsthema. In Lessoc schaffen kleinteilige Eingriffe neue Orte des Verweilens.

Ein dritter Strang fragt nach dem Umgang mit dem «Bestand», also mit bestehenden Bauten, dort, wo ein Abbruch naheliegt. Beispiele sind der Brunaupark in Zürich, eine Nachkriegsschule in Yverdon-les-Bains und die Genossenschaftssiedlungen in Biel. In Meggen fragt ein Modul, wie sich Einfamilienhäuser mit minimalen Eingriffen teilen lassen. Solche Häuser prägen weite Teile der Schweizer Siedlungsfläche.

Zwei Genfer Arbeiten schliesslich gehen von Infrastruktur und Mobilität aus. Die eine untersucht das Potenzial der Rhonebrücken als öffentliche Orte: Räume zum Verweilen statt nur zum Überqueren. Die andere fragt, was aus einer Tiefgarage wird, wenn das Auto die Innenstadt verlässt. Einen ganz eigenen Zugang wählt die Seminarwoche in der Vallée de Joux. Ein acht Kilometer langer «Talschnitt», eine Schnittzeichnung quer durch das ganze Tal, macht dort Geologie, Landwirtschaft und Uhrenindustrie in einem Bild lesbar und stellt sie so zur Diskussion.

« L’école comme terrain de jeu », Yverdon-les-Bains VD
Travail de semestre de John Castella, Haute école d’ingénierie et d’architecture de Fribourg HEIA-FR
Enseignant·e·s : Philipe Gloor, Cristina Gonzalo Nogués
En collaboration avec la Ville d’Yverdon-les-Bains et le canton de Vaud
Image : rendu du préau vertical, © John Castella / HEIA-FR

«L'école comme terrain de jeu», Yverdon-les-Bains VD

Semesterarbeit von John Castella, Hochschule für Technik und Architektur Freiburg HEIA-FR

Dozierende: Philipe Gloor, Cristina Gonzalo Nogués

In Zusammenarbeit mit der Stadt Yverdon-les-Bains und dem Kanton Waadt

Bild: Rendering des vertikalen Pausenhofs, © John Castella / HEIA-FR

« Force Motrice », Genève
Travail de séminaire de Jessica Aguiar et Furkan Erkilic, Joint Master of Architecture, HES-SO
Enseignant·e·s : Barbara Tirone, Blanca Velles, Didier Challand, Giona Bierens de Haan
En collaboration avec la Ville de Genève
Image : visualisation, © Jessica Aguiar, Furkan Erkilic / HES-SO

«Force Motrice», Genf

Seminararbeit von Jessica Aguiar und Furkan Erkilic, Joint Master of Architecture, HES-SO

Dozierende: Barbara Tirone, Blanca Velles, Didier Challand, Giona Bierens de Haan

In Zusammenarbeit mit der Stadt Genf

Bild: Visualisierung, © Jessica Aguiar, Furkan Erkilic / HES-SO

Von den Ateliers an die Tagung

Die Stiftung präsentiert ausgewählte Projekte der Swiss Case Studies an ihrer diesjährigen Jahrestagung «Baukultur und Energieinfrastruktur». Die Tagung findet am 11. und 12. November 2026 an der Hochschule Luzern statt. Dort treffen die studentischen Arbeiten auf Fachleute aus Politik, Planung, Wirtschaft und Lehre.

Das Thema bietet dafür einen passenden Rahmen: Viele der diesjährigen Eingaben befassen sich mit dem Bestand, mit «grauer Energie» und mit Infrastrukturen, die ihren ursprünglichen Zweck verlieren. Als graue Energie gilt die Energie, die in Herstellung, Transport und Entsorgung von Baumaterialien steckt. Vor Ort lassen sich die Projekte aus erster Hand kennenlernen und mit den Verfassenden diskutieren: Wie lassen sich Energiewende und hohe Baukultur zusammen denken?

Weitere Informationen zur Tagung und zur Anmeldung finden sich hier.

Allen Studierenden, Dozierenden und beteiligten Gemeinden danken wir herzlich für ihr Engagement, ebenso dem Architekturrat der Schweiz für die Zusammenarbeit.

© Fondation Culture du bâti Suisse

@Stiftung Baukultur Schweiz

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